Rohrdrache

Rohrdrache
Rohrdrache
© Harald Peters

Ein zweiköpfiger Drache faucht wild um sich. Entstanden aus einem RohrstĂĽck, aus welchem bereits die „Umarmung“ auferstanden ist. Die beiden Objekte stehen im klaren Widerspruch: das Eine sanft, beschĂĽtzend, ruhig und heilig, das Andere wild, aggressiv, laut und dämonisch. So nah liegen das Gute und Böse beieinander.

Rohrdrache

Es zĂĽngeln die Flammen nach oben,
den Hals zur Feder gespannt,
nach der Beute zu schnellen
oder doch hinterher zu rennen

Gefährlich ist er
egal wie, einerlei,
mit Stacheln so spitz
und Köpfen derer zwei

Zerteilt in gut und böse
man erkennt es noch schwach
ist die Silhouette zu sehen
von Händen, die umarm’n

So wirkt der Drache radikal
getrennt von der Kraft sakral
herausgeschnitten aus einer Harmonie
und steht allein ganz aggressiv

Er vermisst sein zweites Ich
Versöhnung gibt es nicht
steht da in alle Ewigkeit
mir tut er leid

Eisenschnitzer 2017